Making jewellery is a process, making jewellery is about putting together material, form, and technology in order to create boundless diversity. For me, the basic principle of all creation and invention is about assembling parts to create a new whole. The true character of the individual components first becomes visible when they are taken out of their original context. Material, form, and technique that are separated from one another and then combined at random, attain a new substance, a new impression, a new sensibility - their own expression. The associations, the interface, play an important role, where the apparently disconnected merge and create an unusual new whole.

In my view, there are no boundaries between design, fashion, jewellery, art, and object. They form a unity, a pool from which I can create. This crossing of boundaries makes me free, and opens up new doors for me. Seeing things with new eyes, turning them around, turning things on their head, and seeing what happens - questioning the old and familiar. My jewellery comes alive when it's worn on the body, according to form and movement.

Jewellery's statement first becomes clear when it's placed on the body. Its intensive contact with the body is important to me. You have to put pieces on, attach them, wear them, hold them, or lead them to the wrist. This creates a new corporal feeling that can be intensified with contemplatory observation.

Wearing the jewellery then becomes a personal, meaningful experience.

Making jewellery is a reflection of myself, the transcription of my surroundings into material, form, and technology. Jewellery is personal. There is no distinction between my jewellery and me. We belong together. I don't hide behind words or particular themes. My strength, without a doubt, lies in practical work processes, rather than in dealing with theory. I don't find it easy to talk about my pieces. Jewellery is my language, my means of expression.

My works don't have any theoretical basis or concept that I can refer to. The work is much more intuitive, and comes from a gut feeling. My feelings and not my intellect accompany me on the journey towards finishing a piece. The moment of completion shows me whether I have got to the point that I wanted to. In its new unity there's a feeling of liberation. In the best cases. My goal in my work is to find a clear end. To interpret my work in logical and comprehensible way. I have high expectations that I reach this expectation, this goal. But at some point you reach your own limits. Limits that are hard to overcome. Jewellery needs time, jewellery has to grow.

Reaching these limits results in dissatisfaction that initially seems disheartening. But it's precisely these moments, which give me a chance to rethink and reflect.


Über Schmuck
Reflektionen von Carmen Hauser, 2006

Schmuckmachen ist ein Prozess. Schmuckmachen ist für mich das Zusammenfügen von Material, Form und Technik zu einer uneingeschränkten Vielfalt.

Der Grundsatz aller Schöpfung und Erfindung ist für mich das Zusammenfügen von Teilen zu einem neuen Ganzen. Erst durch das Lösen der einzelnen Komponenten aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang wird deren wahren Charakter sichtbar.

Material, Form und Technik erst voneinander gelöst, dann frei miteinander kombiniert, bekommen schließlich einen neuen Inhalt, eine neue Anmutung, eine neue Sensibilität – ihren individuellen Ausdruck. Wichtig sind mir die Verbindungen, »die Nahtstellen« an denen scheinbar Unzusammenhängendes zu einer ungewöhnlichen, neuen Einheit verschmilzt.

Ich sehe meine Arbeiten als fortlaufenden Fluss, der mich unaufhörlich weiterbringt. Jedes Mal aus Neue, versuche ich gewohnte Grenzen zu überschreiten, aus Altem zu schöpfen und Neues entstehen zu lassen.

Jede Arbeit, jeder Arbeitsprozess gibt mir einen Anreiz und die Möglichkeit weiterzuarbeiten.

Schmuck ist persönlich. Ich und Schmuck sind nicht voneinander zu trennen. Sie gehören zusammen. Ich verstecke mich nicht hinter Worten oder einer gewählten Thematik. Meine Stärke liegt ohne Zweifel mehr im praktischen Arbeitsprozess als in der theoretischen Auseinandersetzung.

Es fällt mir nicht leicht über meine Stücke zu sprechen. Schmuck ist meine Sprache, mein Ausdrucksmittel.

Meine Arbeiten unterliegen für mich keinem festgelegten theoretischen Fundament oder einer konzeptionellen Arbeitsweise, auf die ich mich stützen könnte. Es ist vielmehr ein intuitives Arbeiten, ein Arbeiten aus dem Bauch heraus. Mein Gefühl begleitet mich auf dem Weg bis zur Beendigung eines Stücks, weniger der Verstand.

Der Moment der Fertigstellung zeigt mir, ob ich die Arbeit für mich auf den Punkt gebracht habe. In seiner neuen Einheit, setzt eine Empfindung der Befreiung ein. Im besten Falle.

Mein Ziel in diesem Arbeitsprozess ist es, einen klärenden Abschluss zu finden. Meine Arbeit für mich logisch und fassbar zu deuten. Mit hohen Erwartungen möchte man diese Anforderung, dieses Ziel erreichen.

Doch irgendwann stößt man an seine eigenen Grenzen. Grenzen, die schwer zu überwinden sind. Es sind die Fragen im Umgang mit sich und seinem Schmuck. Schmuck braucht Zeit, Schmuck muss wachsen.

Dabei versuche ich meine Grenzen im Kopf zu durchbrechen und über den Tellerrand der Schmuckfachwelt zu schauen.

Für mich gibt es keine Grenzen zwischen Design, Mode Schmuck, Kunst, Objekt. Sie bilden für mich eine Einheit, ein Pool aus dem ich schöpfen kann. Diese Grenzüberschreitung macht mich frei, eröffnet mir neue Wege. Die Dinge mit anderen Augen zu betrachten, sie umzudrehen, auf den Kopf stellen und beobachten was passiert – Altes und Bekanntes zu hinterfragen.

Meine Schmuckstücke leben am Körper, in ihrer Form und von Bewegung.

Erst durch ihre Platzierung am Körper wird ihre Aussage deutlich. Mir ist der intensive Kontakt mit dem Körper wichtig. Man muss sie umhängen, anstecken, anziehen, in der Hand halten oder sie am Handgelenk spazieren führen. Ein neues Körpergefühl wird spürbar, welches durch betrachtende Blicke intensiviert werden kann. Das Tragen wird zu einem persönlichen, sinnlichen Erlebnis.

Schmuckmachen ist für mich Spiegelbild meiner selbst, es ist das Transkribieren meiner Umwelt in Material, Form und Technik.

Idee, Material und Technik. Am Anfang steht eine Idee. Es sind Moment die man lernen muss festzuhalten, bevor sie im nächsten Augenblick entschwinden. Jede neue Arbeit, jeder Arbeitsprozess eröffnet mir neue Ansätze.

Skizzen und Zeichnungen sind für mich dabei Gedächtnisstützen. Sie können das haptische Erlebnis von Material und Form nicht ersetzen. Nur das experimentelle Arbeiten in der Materie, gibt mir die Möglichkeit Material, Form und Technik in ihrer Essenz zu ergründen.

Zu Beginn habe ich Unmengen von Materialmöglichkeiten vor mir liegen, die sich zum Ende hin auf eine Hand voll reduzieren. Die Materialien finden während des Arbeitens zueinander. Form entsteht für mich durch Beobachtung, Analyse, Vergleich, Erprobung und Gefühl. Die Technik hält Material bzw. Materialien zusammen und ermöglicht ihnen in Form zu gehen. Form, Material und Technik sind voneinander abhängig und ohne einander nicht möglich.

Diese Grenzanstöße verursachen eine Unzufriedenheit, die im ersten Moment entmutigend erscheinen. Aber es sind gerade diese Augenblicke, die mich antreiben, die Dinge neu zu überdenken und zu reflektieren.